Saarpfalz

Der Saarpfalz-Kreis (früher Saar-Pfalz-Kreis) ist ein Landkreis im Saarland. Er grenzt im Norden an den Landkreis Neunkirchen und den rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel, im Osten an die ebenfalls rheinland-pfälzischen Landkreise Südwestpfalz und Kaiserslautern und an die kreisfreie Stadt Zweibrücken, im Süden an Frankreich (Département Moselle, benannt nach dem Fluss Mosel) innerhalb der Region Lorraine (Lothringen) und im Westen an den Regionalverband Saarbrücken. Er ist Rechtsnachfolger der früheren Landkreise St. Ingbert und Homburg. Der Saarpfalz-Kreis umfasst wesentliche saarländische Teile der historischen Kurpfalz, die von 1816 bis 1919 zur Rheinpfalz und damit zu Bayern gehörten.

Landschaftlich lässt sich der Saarpfalz-Kreis in das Saar-Nahe Bergland und das Saarpfälzische Schichtstufenland unterteilen. Charakteristisch für das Saar-Nahe-Bergland, das den nördlichen Teil des Kreises ausfüllt, ist ein durch tief eingeschnittene Täler zerfurchtes Hügelland, im Gegensatz zu dem südlichen Teil des Saarpfalz-Kreises, dem Bliesgau, der durch das Saarpfälzische Schichtstufenland gekennzeichnet ist. Hier prägen waldfreie große Ebenen das Gebiet, die meist landwirtschaftlich oder als naturnahe Streuobstwiesen genutzt werden. Nördlich von Homburg sind noch Ausläufer der westpfälzischen Moorniederung vorhanden. Kennzeichnend für dieses Gebiet sind Moor- und Torfbildungen.

Die höchste Erhebung im Kreis ist der Höcherberg im Nordwesten mit 518 m ü. NN und darauf folgend der Betzentaler Berg mit 402 m ü. NN in St. Ingbert.

Das Gebiet des heutigen Saarpfalz-Kreises fiel 1816 an das Königreich Bayern. Hier wurden die beiden Bezirksämter Homburg (Saar) und St. Ingbert gebildet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Zuge des Versailler Vertrages das Saargebiet und mit ihm auch das Gebiet des Bezirksamts Sankt Ingbert sowie Teile der Bezirksämter Homburg und Zweibrücken (ohne die Stadt Zweibrücken) vom Deutschen Reich abgetrennt und 1920 unter Völkerbundmandat gestellt.

Im Oktober 1940 wurde die jüdische Bevölkerung der Saarpfalz in der Wagner-Bürckel-Aktion in das Internierungslager Gurs in Frankreich deportiert. Es war eine der ersten Deportationen deutscher Juden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet Teil des Saarlandes und kam mit diesem 1957 zur Bundesrepublik Deutschland. Inzwischen waren die beiden Bezirksämter Sankt Ingbert und Homburg (Saar) in die beiden Landkreise Landkreis Sankt Ingbert und Landkreis Homburg überführt worden.

Im Rahmen der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland 1974 wurde aus beiden Landkreisen der neue Saar-Pfalz-Kreis gebildet (ohne Ensheim, das bis dahin zum Kreis St. Ingbert gehörte, und jetzt zum Stadtverband Saarbrücken kam). 1989 wurde die Schreibweise geändert in Saarpfalz-Kreis. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Saarpfalz-Kreis noch vier Städte Homburg, Sankt Ingbert, Bexbach und Blieskastel sowie drei Gemeinden Mandelbachtal, Gersheim und Kirkel. Größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt Homburg, kleinste Gemeinde ist Gersheim.

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